Stadtgeschichte 1504 - 1799

1504/05 "Landshuter Erbfolgekrieg": Herzog Albrecht IV., der Weise, siegt über Herzog Ruprecht von der Pfalz und erhält Niederbayern.

4.5.1504 Beschießung der Stadt Braunau durch die Pfälzer, kurzzeitige Besetzung.

1504 Niederlagsrecht für Salz, Holz- und Jagdrechte, Getreidemarkt, Belehnung mit dem Herrschaftssitz Forstern durch Herzog Albrecht IV.

1514 Pestseuche in Braunau (mehr als 300 Tote)

1517 Braunau wird eigene Pfarre.

1520 Widerruf der Salzniederlage.

28.09.1567 Tod von Stadthauptmann Hanns Staininger. Berühmt wurde dieser Mann vor allem wegen seines dreieinhalb Ellen (rund zwei Meter) langen Bartes. Bei einem Brand der Stadt - so die Überlieferung -habe er vergessen, den Bart aufzurollen, sei darüber gestolpert und habe sich das Genick gebrochen. Diese Todesursache ist jedoch nicht belegt. Nach seinem Tod wurde ihm der Bart abgenommen und als Familienreliquie aufbewahrt. Im Jahr 1911 kam der Bart durch testamentarische Verfügung an die Stadt Braunau. Bart, Adels- und Wappenbrief sind heute im Bezirksmuseum Braunau zu besichtigen.

1620 Ausbau der Stadtbefestigung

1632 Flucht Kurfürst Maximilians vor den Schweden nach Braunau.

1636 Verleihung der Niedergerichtsbarkeit

1672-76 Neubefestigung der Stadt unter dem bayerischen Kurfürsten Ferdinand Maria nach französischem Vorbild (Bastionen).

1705/06 Bayerischer Bauernaufstand: Braunau wurde von österreichischen Truppen eingenommen.

1743 Österreichischer Erbfolgekrieg: Braunau war wiederholt Kriegsschauplatz.
In der Schlacht bei Simbach am 9.5.1743 erlitten die Bayern eine vernichtende Niederlage. Nach dieser Niederlage belagerten die Österreicher Braunau sechs Wochen lang. Ende Juni ergab sich die Festung Braunau. Während dieser Belagerung wurde - so die Überlieferung - in der Festung das letzte Pferd geschlachtet, um an die Bewohner noch ein wenig Fleisch verteilen zu können. Daran erinnert heute noch das "Eiserne Roß" auf dem Giebel des Hauses Linzer Straße 21, ein Wahrzeichen von Braunau.

1757 Erweiterung des Stadtrechtes: Alle Kapitalverbrechen innerhalb des Burgfriedes konnten unter Vorsitz des kurfürstlichen Hofrichters verhandelt werden. Die zum Tode Verurteilten wurden im Hof der Herzogsburg hingerichtet.

1777 Mit dem Ableben vom Kurfürst Max III. Joseph starb die Münchner Linie der Wittelsbacher aus. Nach den Erbverträgen sollte damit Bayern an die Habsburger fallen. Kaiser Joseph II. wollte das gegen den Rat seiner Mutter, Kaiserin Maria Theresia, durchsetzen. Da sich besonders der Preußenkönig Friedrich II. gegen diesen Plan erhob, kam es zum "Kartoffel- und Zwetschkenkrieg" 1777 bis 1779.

13.05.1779 Im Frieden von Teschen kam das "Untere Amt Burghausen" als Innviertel zu Österreich.


Quellenverzeichnis für die gesamte Stadtgeschichte:
Eitzlmayr, Max, Braunau - die historische Handelsstadt, Braunau 2. Aufl. 1997
Ders., Braunauer Album, 2 Teile, Braunau 1985/86
Ders., Ranshofen, Braunau 1987
Hiereth, Sebastian, Geschichte der Stadt Braunau am Inn, 2 Teile, Braunau 1960 u. 1973
König, Martina, Die Geschichte der Aluminiumindustrie in Österreich unter besonderer Berücksichtigung des Werkes Ranshofen, Diss. Wien 1984
Meindl, Konrad, Geschichte der Stadt Braunau am Inn, 2 Teile, Braunau 1882
Schamberger, Karin, Aspekte der Wirtschaftsentwicklung der Stadt Braunau am Inn vom Mittelalter bis zum Übergang des Innviertels an Osterreich 1779. Handwerk - Handel - Städtische Versorgung, unveröffentl. Diss. Salzburg 2000
Braunauer Stadtnachrichten
Unterlagen aus dem Stadtamt Braunau