Die Stadt Braunau am Inn engagiert sich seit Jahren aktiv für den Klima- und Umweltschutz. Ein wichtiger Meilenstein ist das vom Klima- und Energiefonds geförderte Projekt „Klimaneutrale Stadt 2040“, an dem Braunau als Pionierstadt teilnimmt. In einem rund einjährigen Prozess, der nun erfolgreich abgeschlossen wurde, wurde unter fachlicher Begleitung eine kommunale Klimastrategie mit klaren Handlungsoptionen entwickelt.
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https://www.braunau.at/Klimastrategie_Braunau_2040
Klimaschutz für zukunftsfitte Kommunen
Im Rahmen des Projektes „Paris, wir kommen“ unterstützt das Klimabündnis OÖ seit 2022 gemeinsam mit dem Umwelt- und Klimaschutzressort des Landes Oberösterreich Städte und Gemeinden auf ihrem Weg Richtung Klimaneutralität. „Damit läuten wir auch eine Zeitenwende im Denken ein. Die teilnehmenden Städte und Gemeinden bekennen sich klar zur Bekämpfung der Klimakrise und zur Klimawandelanpassung in ihrem Wirkungsbereich“, erklärte Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder bei einem Besuch in Braunau Anfang Februar 2026. „Es freut mich, dass Braunau als gutes Beispiel vorangeht und zeigt, dass sich Klimaschutz auf kommunaler Ebene auszahlt. Mein Dank gilt allen Beteiligten in Braunau sowie dem Klimabündnis OÖ für die hervorragende Begleitung.“
Bereits früh hat Braunau strukturelle Weichen gestellt – von der Mitgliedschaft im Klimabündnis über strategische Konzepte bis hin zu konkreten Investitionen in emissionsarme Energie, Mobilität und Grünraum. Projekte wie ein Gesamtenergiekonzept, die grenzübergreifende Geothermie-Wärmeversorgung mit Simbach, der kontinuierliche Ausbau der Radinfrastruktur sowie die Umstellung des kommunalen Fuhrparks auf Elektromobilität zeigen, dass Klimaschutz in Braunau seit langem gelebt wird. Die Klimastrategie 2040 bündelt diese Aktivitäten erstmals in einem gemeinsamen Rahmen und schafft Planungssicherheit für die kommenden Jahre.
Gleichzeitig steht Braunau als Abgangsgemeinde vor großen finanziellen Herausforderungen. Um ambitionierte Klimaschutzmaßnahmen umsetzen zu können, ist die Stadt für eine nachhaltige finanzielle Basis auf die Unterstützung von Land und Bund angewiesen. „Braunau übernimmt seit vielen Jahren Verantwortung für Umwelt- und Klimaschutz. Mit der Klimastrategie 2040 schaffen wir eine klare Grundlage, um diesen Weg konsequent weiterzugehen. Klimaschutz ist eine Investition in die Zukunft – doch dafür braucht es nachhaltige finanzielle Rahmenbedingungen. Mein Dank gilt dem Land Oberösterreich für die bisherige Unterstützung und die konstruktive Zusammenarbeit“, so Bürgermeister Johannes Waidbacher.

Schwammstadt-Prinzip, Entsiegelung und Grünraumgestaltung
Die Klimastrategie ist das Ergebnis eines intensiven Arbeits- und Beteiligungsprozesses und bildet die Entscheidungsgrundlage für konkrete Umsetzungsmaßnahmen in den kommenden Jahren. Besonders wertvoll ist dabei der Austausch mit anderen Pionierstädten sowie mit Fachleuten aus Verwaltung und Praxis.
Zentrale Schwerpunkte liegen auf klimafitter Stadtentwicklung, nachhaltiger Mobilität und der Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Geplante Maßnahmen reichen von der systematischen Entsiegelung und hochwertigen Grünraumgestaltung über die Weiterentwicklung der Radinfrastruktur bis hin zu energetischen Sanierungen kommunaler Gebäude wie Schulen und Kindergärten. Ein besonderer Fokus liegt zudem auf der schrittweisen Umsetzung des regionalen Schwammstadt-Prinzips mit lokalen Ressourcen, um Hitze- und Starkregenereignisse künftig besser abzufedern und gleichzeitig das Stadt- und Mikroklima nachhaltig zu verbessern.
Schrittweise Umsetzung
„Die Arbeit an der Klimastrategie war fachlich sehr spannend und praxisnah. Jetzt geht es darum, die Maßnahmen Schritt für Schritt umzusetzen und sichtbar zu machen“, erklärt Stadtrat Günter Winterstätter. „Das für die Region eigens im Projekt adaptierte Schwammstadt-Prinzip ist ein Schlüssel für Braunau und die gesamte Umgebung – hier setzen wir künftig einen klaren Schwerpunkt.“ Martin Schott vom Klimabündnis Oberösterreich ergänzt: „Braunau zeigt, dass man gemeinsam mehr erreichen kann: lokal handeln und dabei globale Wirkung entfalten. Die Klimastrategie 2040 ist ein starkes Fundament, um Klimaschutz dauerhaft in Verwaltung, Politik und Investitionsentscheidungen zu verankern.“
Ausblick und Anerkennung
Die Teilnahme am Begleitprozess brachte der Stadt Braunau wertvolle Impulse, den fachlichen Austausch mit Expertinnen und Experten sowie eine gezielte Entwicklung der eigenen Klimastrategie. Die Ergebnisse des Projekts wurden bei der Abschlussveranstaltung im November 2025 in Innsbruck präsentiert. In diesem Rahmen fand auch eine feierliche Preisverleihung statt, bei der Stadtrat Günter Winterstätter stellvertretend für die Stadt Braunau am Inn die Plakette und Urkunde „Klimaneutrale Stadt 2040“ entgegennahm.

Gemeinsam Richtung klimaneutrale Zukunft
Die Klimastrategie der Stadt Braunau am Inn wird dabei nicht als statisches Dokument verstanden, sondern als lernender Prozess, der auf Basis praktischer Erfahrungen kontinuierlich weiterentwickelt wird.